Runder Tisch Brasilien

Der Runde Tisch Brasilien ist ein Netzwerk von Organisationen der internationalen Zusammenarbeit mit Brasilien. Seit 1991 richtet er eine jährliche Fachtagung aus, die den politischen Austausch, die Vernetzung und die Zusammenarbeit mit brasilianischen Partnerorganisationen stärkt. KoBra verantwortet im Auftrag des Netzwerks die Moderation der Themenfindung sowie die Organisation und Durchführung der Tagung. Sie ist eine zentrale Plattform der Brasiliensolidarität im deutschsprachigen Raum und macht aktuelle Arbeitsschwerpunkte öffentlich sichtbar.

RTB 2026: Brasilien nach der Wahl - Wer gestaltet die Zukunft?

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semlogoRTB_2024_KOBRA-84.jpgFoto: Douglas Pingituro im Rahmen des RTB 24

Wir laden herzlich zum Runden Tisch Brasilien vom 13. bis 15. November 2026 in Weimar ein! Die Anmeldung ist bis zum 30.Oktober geöffnet. Zu Gast aus Brasilien begrüßen wir Andrea Camurça & Letícia Abreu (Instituto Terramar), Luisa Cassupá (Indigene Führungskraft der Kassupá), Roberto Silva (Associação Comunitária Foz do Rio Tapauá), Larissa Vieira & Isadora Mendes (Cáritas Brasileira) und einen CIMI-Gast der Guarani-Kaiowá.

Die Wahlen im Oktober 2026 werden ein entscheidender Moment für Brasilien sein. Zwischen Erwartungen, Konflikten und Kontinuitäten ringen viele Akteur*innen darum, die Gegenwart und Zukunft zu gestalten. Gemeinsam mit Gästen aus Brasilien wollen wir mögliche Entwicklungen direkt nach den Wahlen beleuchten: Wir erkunden, vor welchen politischen und sozialen Herausforderungen das Land steht, und blicken auf die Perspektiven, die sich für Demokratie, Menschenrechte, Klimagerechtigkeit und internationale Solidarität eröffnen.

Demokratie entsteht aus dem Zusammenkommen unterschiedlicher Stimmen, Erfahrungen und Perspektiven. In diesem Sinne kommen wir zusammen: um Unterschiede zu hören, Räume für Dialog zu schaffen und gemeinsam über die Wege nachzudenken, die sich für Brasilien nach den Wahlen abzeichnen.

Den Programmflyer mit Pausen und Essenszeiten findet ihr hier.

Die Anmeldung ist bis zum 30. Oktober geöffnet.

Wir freuen uns auf den Austausch!


Zu unseren Gästen:

  • Luíza Cassupá ist eine junge indigene Führungspersönlichkeit des Volkes der Cassupá aus Rondônia. Sie engagiert sich für die Rechte indigener Völker und die Stärkung der indigenen Jugend und ist Koordinatorin der Bewegung der indigenen Jugend von Rondônia sowie Sekretärin der OPCIS. Sie studiert Rechtswissenschaften und engagiert sich zudem im Bereich der indigenen Schulbildung

  • José Roberto Silva engagiert sich für die Rechte der Fluss- und Fischereigemeinschaften sowie für den Schutz ihrer Lebensgrundlagen in der Region Foz de Tapauá im Amazonasgebiet. Als Vorsitzender der Vereinigung der Gemeinschaftsmitglieder des Fischereiabkommens (ACCAP) und ehrenamtlicher Umweltbeauftragter des Umweltstaatssekretariats des Bundesstaates Amazonas (SEMA) verbindet er seine Arbeit mit dem Schutz von Flüssen, Wäldern und natürlichen Ressourcen

  • Inai’Ury Carneiro Pompeu Lisboa ist eine indigene Führungskraft des Volkes Tentehar Guajajara und Koordinatorin der Indigenenjugend Tupi-Jê von Maranhão (COJUIMA), Koordinatorin des Sekretariates der Koordinierungsstelle der Organisationen und Netzwerke der indigenen Völker von Maranhão (COAPIMA), stellvertretenden Sekretärin der Koordinierungsstelle der indigenen Organisationen des brasilianischen Amazonasgebiets (COIAB)

  • Maria Eliete Felix Juruna ist indigene Führungspersönlichkeit und Lehrerin des Volkes der Juruna (Yudjá) aus dem Indigenen Territorium Paquiçamba im Bundesstaat Pará, einem Gebiet, das unmittelbar von den Auswirkungen des Wasserkraftkomplexes Belo Monte und des Bergbauunternehmens Belo Sun betroffen ist. Als indigene Frau, Kunsthandwerkerin und Lehrerin beteiligt sie sich an der Verteidigung ihres Territoriums, an der Mobilisierung indigener Frauen sowie an Diskussionen über Gesundheit, Bildung, Infrastruktur sowie die Geschichte und Kultur der Juruna. Sie ist Präsidentin der Aikojupa, einer Vereinigung mit Sitz in Vitória do Xingu, und hat einen Hochschulabschluss in Pädagogik

  • Marcley Araújo Souza Pataxó ist eine Führungspersönlichkeit des Volkes der Pataxó aus dem äußersten Süden des Bundesstaates Bahia. Er engagiert sich landesweit im Movimento Unido dos Povos e Organizações Indígenas da Bahia (MUPOIBA) und unterstützt den Rat der Häuptlinge (Conselho de Caciques). Die Pataxó sind einem umfassenden Prozess der Kriminalisierung ausgesetzt; zahlreiche Führungspersonen werden aufgrund ihres Einsatzes für die Rückgewinnung und Verteidigung ihrer Territorien verfolgt. Marcley studiert an der Bundesuniversität des Südens von Bahia (UFSB), wo er das Amt des Präsidenten des Zentralen Kerns Indigener Studierender (NCEI) innehatte. Er verfügt über umfassende Erfahrung im Einsatz für indigene Rechte, Bildung und die Territorien der Pataxó. Darüber hinaus arbeitet er im Bereich Kommunikation und nutzt verschiedene Instrumente, um die Fähigkeit indigener Völker zu stärken, Menschenrechtsverletzungen und Bedrohungen ihrer Territorien öffentlich zu machen, auch im Zusammenhang mit Bergbauprojekten
  • Bráulio Armoa Kaiowá ist eine Führungspersönlichkeit der Kaiowá- und Guarani-Völker aus dem Bundesstaat Mato Grosso do Sul und Mitglied des Rates der Aty Guasu Guarani und Kaiowá (Große Versammlung). Seit vielen Jahren setzt er sich für die Verteidigung traditioneller Territorien und die Rechte seines Volkes ein. Bráulio begleitete zahlreiche Prozesse der Rückgewinnung der Guarani- und Kaiowá-Tekohas (traditionelle Territorien). Er beteiligt sich aktiv an nationalen und internationalen Advocacy-Aktivitäten der Guarani- und Kaiowá-Völker, darunter Mobilisierungen in Brasília und während der COP30 in Belém. Dort prangerte er gemeinsam mit dem UN-Sonderberichterstatter für die Rechte indigener Völker die Polizeigewalt gegen indigene Gemeinschaften in Mato Grosso do Sul an und setzte sich für die Demarkierung indigener Territorien als Voraussetzung für den Schutz der Gemeinschaften, der Wälder sowie der Lebensweisen der Guarani und Kaiowá ein
  • Isadora Menezes ist Sozialpsychologin, geboren im brasilianischen Amazonasgebiet. Seit mehr als zehn Jahren arbeitet sie mit indigenen Völkern sowie traditionellen Gemeinschaften zusammen. Derzeit ist sie als Regionale Technische Beraterin bei der Cáritas Brasileira und im Programm „Amazônia Bem Viver: Comunidades Resilientes“ tätig. Sie wirkte an der Entwicklung der ersten fachlichen Leitlinie für die psychologische Arbeit mit indigenen Völkern im Amazonasgebiet mit und verfügt zudem über Erfahrung in den Bereichen Kinder- und Jugendschutz sowie Migration. Ihre Arbeit verbindet die Stärkung lokaler Gemeinschaften, die Verteidigung von Rechten und politische Interessenvertretung auf der Grundlage der Lebensrealitäten in den amazonischen Territorien

  • Larissa Vieira ist engagierte Anwältin für soziale Gerechtigkeit und arbeitet als Nationale Referentin für politische Interessenvertretung bei der Cáritas Brasileira sowie als Koordinatorin des Programms „Amazônia Bem Viver: Comunidades Resilientes“. Sie verfügt über mehr als 17 Jahre Erfahrung im Bereich der Menschenrechte und 14 Jahre Erfahrung in der Projektkoordination, der sozialen Rechtsberatung sowie der Verteidigung von Rechten. Ihre Arbeit konzentriert sich insbesondere auf soziale und ökologische Gerechtigkeit, politische Interessenvertretung sowie die Verteidigung der Rechte traditioneller Völker und Gemeinschaften

  • Andréa Machado Camurça ist Sozialarbeiterin, Master in Entwicklung und Umwelt an der UFC, Menschenrechtsaktivistin, Sozial- und Umweltaktivistin; sie ist Mitglied des kollegialen Leitungsgremiums des Instituto Terramar und seit 9 Jahren in der Einrichtung tätig. Sie ist Mitglied des brasilianischen Netzwerks für Umweltgerechtigkeit und der Initiative „Trama Viva Nordeste“. In den letzten Jahren hat sie die Debatten über die Energiewende (oder Energietransition) und die Ansiedlung von Rechenzentren im Bundesstaat Ceará aufmerksam verfolgt

  • Letícia Rodrigues Soares de Abreu ist eine schwarze LGBTQIAPN+-Frau, engagierte Anwältin für soziale Gerechtigkeit, Antirassistin, Menschenrechtsverteidigerin und Umweltaktivistin. Sie gehört zum Rechtsteam sowie zum Bereich der Institutionellen Entwicklung des Instituto Terramar. Seit vier Jahren ist sie in der Organisation tätig und setzt sich insbesondere für die Rechte traditioneller Völker und Gemeinschaften ein. Sie verfügt über einen postgradualen Abschluss im Brasilianischen Umweltrecht der Universität PUC in Rio de Janeiro und absolviert derzeit ein Aufbaustudium im Projektmanagement

  • Prof. Adj. Dr. Ronaldo Barros Sodré lehrt Geografie am Fachbereich Geowissenschaften der Bundesuniversität von Maranhão in São Luís-MA, Brasilien, und ist Koordinator des Graduiertenprogramms. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf landwirtschaftlichen Fragen in Brasilien, insbesondere auf landwirtschaftlichen Konflikten, und er koordiniert die landwirtschaftliche Überwachung im Rahmen von „Maranhão Agro“. Seine Schwerpunkte sind die Sensibilisierung für die Problematik und ihre internationalen Verflechtungen in der Region, die internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit, sowie der Pestizideneinsatz

  • Luiz Jorge Silva Moreno ist Richter i.R., Rechtsanwalt, Generalsekretär des Solidaritätskomitees für den Kampf um Land – Comsolute – und Vizepräsident der Brasilianischen Vereinigung der Volksanwälte Gabriel Pimenta – Abrapo. Im Jahr 2006 wurde er vom Präsidenten der Republik mit dem Nationalen Menschenrechtspreis für die Kampagne zur Einführung des Personenstandsregisters im Bezirk Santa Quiteria ausgezeichnet. Er war als Berichterstatter für Menschenrechte in Maranhão tätig und koordiniert seit 2009 die Initiative der „Volkstribunale“, insbesondere im Zusammenhang mit der Gewalt der Großgrundbesitzer in Brasilien gegenüber der ländlichen Bevölkerung, den Indigenen, den Gemeinschaften der Nachfahren afrikanischer Sklavinnen und Sklaven (Quilombolas) und anderen traditionellen Gemeinschaften

Programm

Freitag

17:00 - 19:00 Ankommen & Registrierung | Chegada & credenciamento

19:15 - 21:00 Ein gemeinsamer Einstieg ins Wochenende: Begrüßung und Einführung | Roda de boas-vindas: Abertura e Introdução

Samstag

09:30 - 10:30 Brasilien nach der Wahl: Was sich verändert hat und was bleibt | O Brasil pós-eleições: O que mudou e o que permanece

  • Larissa Vieira, Nationale Fachberaterin und Koordinatorin des Programms Amazônia Bem Viver – Resiliente Gemeinschaften, Caritas Brasilien
  • Letícia Abreu (Instituto Terramar)
  • Liderança Guarani-Kaiowá, Gast von Cimi (tbc)

14:00 - 16:30 Öffentliche Anhörung zur Menschenrechts- und Umweltverletzungen im Amazonasgebiet | Audiência pública: Violação de direitos humanos e ambientais na região amazônica

Die AMACRO-Region im brasilianischen Amazonasgebiet zählt heute zu den am stärksten von Entwaldung, Landraub, illegalem Bergbau und territorialen Konflikten betroffenen Gebieten des Landes. Im Rahmen einer interaktiven öffentlichen Anhörung berichten Vertreter*innen indigener und traditioneller Gemeinschaften anhand realer Fallbeispiele über Menschenrechtsverletzungen, Umweltzerstörung und den Widerstand der betroffenen Bevölkerung. Die Veranstaltung macht die strukturellen Ursachen dieser Konflikte sichtbar und lädt dazu ein, die Zusammenhänge zwischen Menschenrechten, Klimagerechtigkeit und dem Schutz des Amazonas-Regenwaldes gemeinsam zu diskutieren.

  • Luisa Cassupá, liderança indígena do povo Kassupá (Porto Velho, Rondônia)
  • Roberto Silva, Associação Comunitária Foz do Rio Tapauá
  • Larissa Vieira & Isadora Mendes, Cáritas Brasileira
  • Moderation: Rebekka Reischmann, Caritas international

17:00 - 18:00 Kampagnen & Termine | Campanhas & datas importantes

20:00 - 00:00 Party | Festa

Sonntag

07:00 - 09:00 Frühstück | Café da manhã

09:00 - 09:30 Mística

09:30 - 11:00 Rechenzentren und Menschenrechte: Auswirkungen auf Gemeinden und Territorien | Data Centers e Direitos Humanos – Impactos sobre comunidades e territórios

  • Andrea Camurça & Letícia Abreu (Instituto Terramar)
  • Moderation: Martina Winkler, Brot für die Welt

11:30 - 12:30 Das Brasilien, das funktioniert: Erfahrungen, Erkenntnisse und zukünftige Wege | O Brasil que dá certo Experiências, aprendizados e caminhos futuros.


Tagungsort:

Stiftung »Europäische Jugendbildungs-
und Jugendbegegnungsstätte Weimar«

Jenaer Straße 2–4
99425 Weimar (Germany)

Infos zur Anreise: https://ejbweimar.de/de/kontakt/anfragen-und-anreise/


    Infos zu Barrieren:

    • Simultanübersetzung Portugiesisch–Deutsch
    • Kinderbetreuung (bitte so früh wie möglich anmelden)
    • Eintritt für Kinder bis 4 Jahre frei
    • 1 Zimmer für Rollstuhlfahrer*innen vorhanden, bitte bei Anmeldung angeben
    • Essensraum barrierefrei
    • Aufzüge vorhanden
    • Barrierefreie Rettungswege vorhanden
    • Gangbreiten von 1,20m sowie einen Bewegungsradius von 1,50m sind nicht uneingeschränkt gewährleistet
    • Genderneutrale Toiletten vorhanden
    • Assistenztiere willkommen, bitte anmelden
    • Awareness-Personen und Rückzugsraum vorhanden
    • Fidet-Toys, Gehörschutz, FFP2-Masken vorhanden
    • Bis zu 100 Teilnehmende
    • KEINE Induktionsschleifen für Hörgeräte, aber Lautsprecher
    • KEINE Übersetzung in Gebärdensprache
    • KEIN Leitsystem für Sehbehinderte

    Fragen zur Barrierefreiheit des Tagungshauses: Fon: +49 3643 827 112 wagner[at]ejbweimar.de

    Fragen zur Barrierefreiheit des Programms: info[at]kooperation-brasilien.org

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