RTB 2023

DOKUMENTATION: "Dekoloniale Kämpfe: Nunca mais um Brasil sem nós! Nie mehr ein Brasilien ohne uns!" Der Runde Tisch Brasilien 2023 fand vom 20.-22. Oktober in Bonn statt. Referent*innen: Ana Gualberto (Koinonia); Jessica Tupinambá (MUPOIBA); Felipe Campelo (MST) [im Rahmen der Rundreise von maizbrasil, treemedia e.V.] und Pedro Affonso Ivo Franco
RTB 2023
Foto: Midia NINJA (CC BY-NC 2.0)

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Nunca mais um Brasil sem nós! Nie mehr ein Brasilien ohne uns!

Um Gerechtigkeit weltweit voranzubringen, rückt das Thema Dekolonisierung immer mehr ins Zentrum gesellschaftlicher Diskussionen, auch in Brasilien. Lula da Silvas Regierung hat die intersektionalen Kämpfe auf die Agenda gesetzt. Doch nicht alle im Land verfolgen die gleichen Ziele. Wie gehen die sozialen Bewegungen damit um? Welche Strategien verfolgen sie, um ihre Forderungen durchzusetzen? Wie ist die Bilanz ein Jahr nach Lulas Wahlsieg? Wo gab es Fortschritte, welche neuen Bündnisse gibt es?

Dekoloniale Kämpfe

... betreffen auch das Verhältnis zwischen Brasilien und Europa. Koloniale Kontinuitäten und Rassismus sind in politischen Machtverhältnissen, der internationalen Zusammenarbeit, im Kultur- und Kunstbetrieb, aber auch in unseren Sprach- und Denkmustern wirksamer als vielen bewusst ist. Gemeinsam mit Gästen aus Brasilien werden wir dem nachgehen. Kämpfe gegen strukturellen Rassismus, Machismus und religiöse Intoleranz prägen den Alltag vieler verschiedener, lokaler Gemeinschaften und intersektionale Perspektiven sind dabei wichtig. Ethnische Minderheiten – wie die Tupinambá – fordern ihre indigenen Artefakte von europäischen Museen zurück, während Vertreter*innen der internationalen Kooperation Ansätze suchen, um die Zusammenarbeit dekolonialer zu gestalten. Wie gelingt es uns, die Agenda für Klimagerechtigkeit, soziale Chancengleichheit, Bewahrung der ökologischen Vielfalt und Ernährungssouveränität gemeinsam zu gestalten?

Programm

Programm Markt der Möglichkeiten


DOKUMENTATION:

Eröffnungspodium: Ein Jahr Regierung Lula und die Kämpfe gegen strukturellen Rassismus - Protokoll

Parallele Arbeitsgruppen: Dekoloniale Kämpfe

1. Afro-brasilianische Gemeinden im Widerstand: Der Kampf gegen Rassismus, Machismus und religiöse Intoleranz (Ana Gualberto) - Protokoll - Video

2. Rücküberführung indigener Artefakte (Jéssica Tupinambá) - Protokoll - Präsentation

3. Dekoloniale Stimmen und Praktiken für Klimagerechtigkeit und Ernährungssouveränität (Felipe Campelo) - Protokoll - Präsentation folgt im Dezember

4. Dekoloniale Perspektiven der deutschen EZ in Amazonien (Pedro Ivo) - Protokoll - Präsentation

Podium: Feministische internationale Kooperation und Dekolonisierung - Protokoll - Präsentation BMZ-Konzept - Präsentation Jéssica Tupinambá

Kampagnen und Termine - Fotodokumentation

Markt der Möglichkeiten - Protokoll G20-Präsidentschaft Brasiliens

FOTOS

TAGUNGSBERICHT FREITAG - SAMSTAG

TAGUNGSBERICHT SONNTAG

TAGUNGSVIDEO


DIE REFERENT*INNEN:

Felipe Campelo

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Mein Name ist Felipe Campelo, ich lebe in einer Siedlung der Agrarreform namens bela manhã in der Gemeinde Teixeira de Freitas.
Ich bin Agrarwissenschaftler mit einem Masterabschluss in ländlicher Soziologie und promoviere derzeit über die Analyse produktiver Höfe in Siedlungen im äußersten Süden von Bahia.
Derzeit bin ich politischer und pädagogischer Koordinator der Landwirtschaftsschule für Agroökologie und Agroforstwirtschaft Egídio Brunetto im äußersten Süden Bahias.

Jéssica Tupinambá

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Jéssica Tupinambá, 32, Aktivistin, indigene Führungsperson des Volkes der Tupinambá, Tupinambá-Gebiet von Olivença - BA. Vertreterin der Rechtsabteilung der Vereinigten Bewegung indigener Völker und Organisationen Bahias – MUPOIBA. Sie ist Jurastudentin an der Excelência Fakultät - Unex, Moderatorin von Politica Sem Mistério - PSM, Lehrerin an der staatlichen indigenen Schule Colégio Estadual Indígena Tupinambá Serra do Padeiro und Forscherin. Sie hat einen Abschluss in Management an der Universität Uberaba - UNIUBE, ist Spezialistin für Personalmanagement an der Fakultät für Wissenschaft und Technologie - FTC und Spezialistin für Staat und Recht traditioneller Völker und Gemeinschaften an der Bundesuniversität Bahia - UFBA. Sie war vier Jahre lang Jugendkoordinatorin für die östliche Region von Bahia, Minas Gerais und Espirito Santo.

Ana Gualberto

Ana Gualberto.png Ana Gualberto - Masterabsolventin in Kultur und Gesellschaft - UFBA, Historikerin - UERJ, Geschäftsführerin von KOINONIA Presença Ecumênica e Serviço, Mitglied des Netzwerks schwarzer Frauen von Bahia und des Iyá Akobiodè Kollektivs sowie bei Egbon D'Osun von Ilê Axé Ofá Omi Layó. Sie arbeitet in der Forschung mit traditionellen schwarzen Gemeinschaften, Quilombos und Candomblé Terreiros. Die Aktivitäten liegen in den Bereichen Ausbildung, politische Bildung und Schulungen in ländlichen schwarzen Gemeinschaften, Quilombo-Nachfolgegemeinden im Bundesstaat Rio de Janeiro und im unteren Süden von Bahia sowie mit Candomblé Terreiro-Gemeinschaften in Salvador und der Metropolregion. Ihre Arbeit im Bereich der historischen Forschung und Beratung konzentriert sich auf die Geschichte der schwarzen Bevölkerung, wobei sie sich hauptsächlich mit folgenden Themen befasst: ethnische Identität und race, Menschenrechte, schwarze Bevölkerung, Quilombo-Nachfolgegemeinden, traditionelle schwarze Gemeinschaften, religiöse Intoleranz und Rassismus, schwarze Frauen und afrobrasilianische Kultur.

Pedro Affonso Ivo Franco

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Pedro Affonso Ivo Franco ist ein brasilianischer Musiker, Forscher und Berater, der in den Bereichen Kultur, Klima und internationale Zusammenarbeit arbeitet. Nach seinem Master-Abschluss im Bereich Internationale Beziehungen und Kulturdiplomatie an der Hochschule Furtwangen, Deutschland gehören zu seinen Spezialgebieten: Kultur und nachhaltige Entwicklung, dekoloniale Perspektiven in der internationalen Zusammenarbeit und die Überschneidung von Kunst, Kultur und Klima. Pedro ist Berater für das UNESCO-Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen von 2005.

 

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