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RTB 2019 - Bolsonarismo in Brasilien. Unternehmen und Menschenrechte

Globale Unternehmensverantwortung nach fast einem Jahr Regierung Bolsonaro
Wann 08.11.2019 um 18:00 bis
10.11.2019 um 13:00
Wo Weimar
Termin übernehmen vCal
iCal
  • Veranstaltungsort: EJB Weimar, Jenaer Str. 2, 99425 Weimar

https://www.ejbweimar.de/

Mit Jair Bolsonaro hat Brasilien derzeit einen Präsidenten, der während seiner gesamten politischen Laufbahn aus seiner Verachtung für Demokratie, Menschenrechte und die Rechte von Minderheiten nie einen Hehl gemacht hat.


Die Agenda des ersten Amtsjahres ist alarmierend: Soziale Rechte und Minderheitenschutz werden massiv beschnitten. Gewerkschaften, Feminist*innen, LGBTIQ-Aktivist*innen, Vertreter*innen sozialer Bewegungen wie der Landlosenbewegung MST oder der urbanen MTST sowie Indigene und Quilombolas werden zu gesellschaftlichen Feinden erklärt. Keine dieser Gruppen soll der wirtschaftlichen und moralischen Erneuerung des Landes unter der Regierung Bolsonaro im Weg stehen.


Während die Bewegungen weiter auf die Straße gehen und für den Erhalt ihrer Rechte kämpfen, nimmt die Gewalt zu. Allein in Rio de Janeiro ist in den ersten 100 Tagen der Regierung Bolsonaros die Zahl der von Polizisten Ermordeten um 36% gestiegen.
Vertreter deutscher Unternehmen haben sich hingegen direkt nach der Wahl positiv zu Bolsonaro geäußert. Das Bundeswirt-schaftsministerium sieht in der brasilianischen Regierung einen verlässlichen Partner. Auch für die Schweiz stellt Brasilien der wichtigste Handelspartner in Lateinamerika dar. Wirtschaftlicher Profit geht häufig mit Entwaldung und ökologischen Schäden einher: Umweltzerstörung und Folgeschäden von Bergbau und agrarindustrieller Produktion - auf Kosten der lokalen Bevölkerung.
Selbst der Handel mit Waffen und Sicherheitstechnologie nimmt neu Fahrt auf, zumal Bolsonaros Sicherheitspolitik und die Lockerung der Waffengesetze gute Absatzmöglichkeiten versprechen.


Die hiesige Politik hat erkannt, dass Unternehmensverantwor-tung nicht an den eigenen Landesgrenzen enden darf. Die Regularien dafür sind bislang oft unscharf. Welche Instrumente for-dern wir von Regierungen und Unternehmen im deutschsprachigen Raum in Bezug auf ihren Umgang mit Menschenrechten? Und wo greifen allein transnationale Instrumente?


Neben fachlichen Impulsen gibt es Gelegenheit für Diskussion, Vernetzung und Austausch. Die Tagung findet zweisprachig statt und wird simultan übersetzt. Eine Kinderbetreuung ist organisiert. Ein Markt der Möglichkeiten bietet Raum für eigene Angebote der Teilnehmer*innen.