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Homophobie in Brasilien – Ich fordere dich heraus, mich zu lieben

Der Monat Mai stand in Brasilien im Zeichen des Kampfes gegen Homophobie. Die Homophobie stellt in der brasilianischen Gesellschaft immer noch ein bedeutendes Problem dar.
Homophobie in Brasilien – Ich fordere dich heraus, mich zu lieben

Parada do Orgulho 2014 (Foto: midianinja)

So gibt es immer noch Diskriminierung aufgrund des Geschlechts und der sexuellen Orientierung. Homophobie in Brasilien hört jedoch bei der Diskriminierung nicht auf. Vielmehr reicht sie bis hin zu homophoben Gewaltakten und sogar Morden. So verzeichnete die Seite: http://homofobiamata.wordpress.com/ im Jahr 2012 in Brasilien 336 Morde an Homosexuellen.

Demgegenüber steht das Engagement zivilgesellschaftlicher und staatlicher Akteure, die sich gegen Homophobie einsetzen. Hierzu wären besonders die Veranstaltungen während des Monats gegen Homophobie zu erwähnen. So fand am 04.Mai 2014 mit der Parada do Orgulho die 18. Parade des Stolzes der LGBT und des Protestes gegen Homophobie statt. Die Parada do Orgulho ist die größte homosexuelle Parade der Welt. Darüber hinaus ist die Fotoausstellung: Eu te desafio a me amar (Ich fordere dich heraus, mich zu lieben) in Brasília und Rio de Janeiro eine wichtige Veranstaltung im Rahmen des Monats gegen Homophobie. Die Ausstellung der holländisch-uruguayischen Künstlerin Diana Block porträtiert LGBT (lesbische, schwule, bisexuelle, Transsexualität, Transgender) Menschen, Familien und Gemeinschaftsmitglieder in Brasilien. Dabei legt sie den Fokus auf sexuelle Identität und die Verschiedenheit von Liebesbeziehungen. Durch die Ausstellung werden Bilder und Aussagen zu den Herausforderungen in der Beziehung mit dem Anderen erzeugt. Zur gleichen Zeit zeigt sie Identifikationsprozesse in den verschiedenen Bereichen des alltäglichen Lebens auf. Zu diesen Bereichen gehören die Familie, die Intimität des Hauses, das Alltagsleben, die Arbeit und die Stadt. An der Organisation der Ausstellung war auch das Institut für sozioökonomische Studien INESC (Instituto de Estudos Socioeconômicos) beteiligt. Dieses organisierte weitere Veranstaltungen zum Monat gegen Homophobie. Dazu gehören Filmvorführungen und eine Diskussionsrunde mit Professoren und Jugendlichen. Die Diskussionsrunde trug den Titel: Os desafi(n)os dos corpos: entre  gêneros e normas (Die Herausforderungen der Körper: zwischen Geschlechtern und Normen).

Auch politische Akteure sind in Brasilien in den Kampf gegen Homophobie involviert. Aus juristischer Perspektive ist seit der brasilianischen Verfassung von 1988 jegliche Form von Diskriminierung strafbar. Jedoch fehlt es bei dieser rechtlichen Verankerung der Strafbarkeit von Diskriminierung an einer direkten Bezugnahme zur Homophobie. Deshalb gibt es seit 2006 ein Projekt das die Kriminalisierung und strafrechtliche Verfolgung von Homophobie im Gesetzt verankern möchte (Projeto de lei da Câmara 122 de 2006). Aktuell wird gerade ein neuer Text dieser Gesetzesinitiative erarbeitet. Dieser soll die Bedürfnisse der LGBT-Gemeinschaft als auch religiöser Gemeinschaften einbeziehen.*

Der Monat gegen Homophobie in Brasilien fällt dabei mit einem wichtigen internationalen Datum des Kampfes gegen Homophobie zusammen. Am 17. Mai ist der internationale Tag gegen Homophobie. Dieses Datum erinnert an den 17. Mai 1990, dem Tag an welchem Homosexualität aus der internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD) der WHO gestrichen wurde. Den internationalen Tag gegen Homophobie gibt es seit 2005.

* Die offiziellen Seite des Gesetzesvorhabens: www.plc122.com.br/