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Indianer schützen den Wald am besten

Satellitenaufnahmen beweisen es eindrucksvoll: Im brasilianischen Amazonasbecken sind Indianerterritorien die beste Garantie gegen die Zerstörung des Tropenwaldes.

"Internationaler Druck auf Brasilien ist in der Indianerfrage besonders wichtig," meint Saulo Feitosa vom katholischen Indianermissionsrat Cimi, der wohl wichtigsten Unterstützerorganisation im Lande. Denn die Mitte-Rechts-Regierung von Präsident Fernando Henrique Cardoso ist mit der mächtigen Oligarchie im Bunde, die die Reichtümer des Amazonasgebietes ausbeutet.

Obwohl die Ausweisung der Indianergebiete in der brasilianischen Verfassung garantiert ist, geht sie in der Praxis nur schleppend voran. So vermaß 1985 der deutsche Anthropologe Gunther Kroemer im Auftrag des Cimi das Land der rund 700 Deni-Indianer im Bundesstaat Amazonas. Doch die Indianerbehörde Funai nahm sich der Frage erst 13 Jahre später an. Nachdem bekannt geworden war, dass der malaysische Holzmulti Wong Tuong Kwong (WTK) 1500 Quadratkilometer Land auf dem Gebiet der Deni gekauft hatte, schaltete sich auch Greenpeace ein.

In einem offiziellen Gutachten wurde die Größe des Deni-Territoriums auf 15.300 Quadratkilometer festgesetzt. Mit der Veröffentlichung des Gutachtens im Februar diesen Jahres kam der administrative Prozess ins Rollen. Seit April bildet ein Team von Wissenschaftlern diejenigen Mitglieder der acht Deni-Dörfer aus, die die Grenzziehung ihres Landes durch Hinweisschilder, Marken und Schneisen leiten sollen.

Das Volk der Deni sei "dem Untergang geweiht", schrieb die Zeitung "O Globo" vor fünf Jahren. Davon ist jetzt keine Rede mehr. "Die Deni haben die Bedeutung des Ausweisungsprozesses verstanden. Jetzt hängen sie viel stärker an ihrem Land als noch vor einigen Jahren," sagt der Greenpeace-Aktivist Nilo D'Avila.

Dialog und Bildung

Auch in andere Teilbereiche des Tropenwaldprogramms PPG-7 sollen die Indianer stärker einbezogen werden. "Wir müssen uns die Disposition der indigenen Völker zur Erhaltung der Natur zunutze machen," appellierte Funai-Funktionär Artur Mendes an die Teilnehmer des PPG-7-Treffens in Cuaibá. Konservative Kreise sähen durch die Ausweisung von Indianerland die Souveränität Brasiliens bedroht - in Wirklichkeit sei es jedoch das Gegenteil der Fall.

Auch viele Umweltschützer stünden der Wirtschaftsweise der Indianer noch misstrauisch gegenüber, sagte Mendes. Sein Rezept: "Nur ein interkultureller Dialog auf gleicher Augenhöhe hilft uns weiter." Daher sollten die jetzt anlaufenden "indigenen Demonstrationsprojekte" weitgehend von Indianern selbst geleitet werden.

"Damit das keine leeren Worte beleiben, muss uns der Zugang zum Studium erleichtert werden," fordert der Yine-Indianer Sebastião Alves Machineri aus dem Bundesstaat Acre: "Nur so werden wir unsere Abhängigkeit von weißen 'Experten' überwinden." In ganz Brasilien gebe es gerade zehn indianische Juristen.

Zur Sicherung von Indianerland gehört für Alves auch, dass das traditionelle Wissen der indigenen Völker nicht weiter ungehindert von Wissenschaftlern und Pharmafirmen ausgebeutet wird. Die Diskussion über Artenvielfalt und Patente dürfe nicht "über die Köpfe der Indianer hinweg" geführt werden.

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