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Funai: weniger Demarkationen, weniger Mitarbeiter, weniger Mittel

Demarkationen indigener Territorien auf historischem Tiefstand seit 1985. Gleichzeitig werden der Funai immer mehr Mittel entzogen.
Funai: weniger Demarkationen, weniger Mitarbeiter, weniger Mittel

Die Demarkationen indigener Territorien in Brasilien sind in den vier Jahren der Amtszeit der brasilianischen Präsidentin Dilma Rousseff auf einen historischem Tiefstand seit 1985 gefallen. In Dilmas erster Amtszeit (2011-2014) regularisierte die Bundesindigenenbehörde in Brasília elf Territorien mit insgesamt zwei Millionen Hektar Land. Die Tageszeitung Estado de São Paulo zieht als Vergleich die nur etwas mehr als zwei Jahre währende Amtszeit des vormaligen Präsidenten Itamar Franco (Okt. 1992-Jan 1995) heran, der in seiner Zeit als Präsident 16 Territorien mit 5,4 Millionen Hektar ausgewiesen hätte. Hinzu käme, so der Estado de São Paulo, dass die Funai unter Mitarbeiterabbau und Mittelkürzungen leide. So habe sich die Zahl der Festangestellten der Funai von 2.396 im Jahre 2010 auf 2.238 im Jahre 2014 vermindert. Die für die Demarkationen indigener Territorien zuständigen Mitarbeiter seien im gleichen Zeitraum von 21 auf 16 reduziert und die Zahl der in Brasília für wissenschaftliche Erhebungen im Vorfeld der Demarkationen zuständigen Anthropologen von sechs auf zwei reduziert worden. 2013 habe das Budget der Funai inflationsbereinigt noch bei 174 Millionen Reais gelegen, 2014 bei 154 Millionen.
Seit die vormalige Funai-Präsidentin Marta Azevedo im Juni 2013 vom Amt zurückgetreten war unterstand die Leitung der Funai interimsweise Maria Augusta Assirati, die aber selbst im Oktober 2014 ihren Rücktritt erklärte. Maria Augusta Assirati erklärte, ihre Doktorarbeit fertigstellen zu wollen, aber die Tageszeitung O Globo spekulierte über unterschiedliche Auffassungen über Großprojekte wie Staudammbauten und über Demarkationen zwischen der Bundesbehörde und der Bundesregierung. Gegenwärtige Interimsleitung der Funai ist Flávio de Azevedo, ein Staatsanwalt der Bundesanwaltschaft in Brasília, Advocacia-Geral da União (AGU).
Derweil steht die Funai seit einer Reihe von Jahren zunehmend unter enormen Druck. Vor allem von Seiten des mächtigen brasilianischen Agrobusinesses, das einen Großteil der Parlamentarier im Nationalkongress stellt, wurde die FUNAI seit langem als zu indigenen-freundlich kritisiert. Mehrere Gesetzesvorhaben im Kongress versuchen, der Funai mehr und mehr die Hoheit über die Demarkationen indigener Territorien zu entziehen und diese Kompetenzen dem mehrheitlich rechten Kongress zu unterstellen.