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Landgrabbing befördert auch in Brasilien die Bodenpreise

Der Run aufs Land schlägt sich auch in Brasilien in massiv steigenden Bodenpreisen nieder.

Eine neue Studie der Universität von Brasília (UnB) in Zusammenarbeit mit dem Brasilianischen Agrarministerium errechnete für den Zeitraum von 2002 bis 2013 einen durchschnittlichen Anstieg der agrarwirtschaftlich genutzten Land- und Bodenpreise in ländlichen Regionen um 308,1 Prozent. Die von den Experten errechneten Zahlen von 2013 ergaben einen Durchschnittspreis von 10.619,77 Reais je Hektar Land, umgerechnet 3.300 Euro. Die Studie macht dafür, so der Bericht der brasilianischen Wirtschaftszeitung Valor Econômico, die in dem Zeitraum gestiegene Nachfrage an den Weltmärkten für Produkte wie Soja, Mais, Kaffee, Zucker und Orangensaft verantwortlich. Den höchsten Anstieg der Bodenpreis verzeichnete die Region des brasilianischen Mittleren Westens, wo ein durchschnittlicher Anstieg der Landpreise um 444,6 Prozent verzeichnet wurde. In der Nordregion, Amazonien, stiegen die Landpreise dem Bericht zufolge um 383,5% Prozent. Laut dem Brasilianischen Agrarministerium entfallen im Durchschnitt 70,5 Prozent des Wertes eines brasilianischen Agrarbetriebs auf das Land, der Rest, 29,5 Prozent verteilt sich auf andere bewegliche oder unbewegliche Güter wie Gebäude, Leitungen, Ställe, Verarbeitungsanlagen, landwirtschaftliche Geräte oder Traktoren, Lastwagen oder andere Wagen.