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Vom Bergbau zum Autoblech

Widerstandsstrategien gegen das Entwicklungsmodell Carajás: In Amazonien - und auch entlang der Lieferkette? Reihe Farben des Goldes - Graues Gold Eisenerz
Was
  • Amazonien
  • Großprojekte
Wann 26.05.2015 um 19:30 bis
27.05.2015 um 17:00
Wo Berlin
Name
Kontakttelefon +49 (0)30 44310-460
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Über 50 Prozent des Eisenerzes, das die deutsche Industrie importiert, kommt aus Brasilien. Lieferant ist der transnationale Bergbaukonzern Vale S.A., dessen derzeit größtes Investitionsprojekt ein drastischer Ausbau der Bergbauminen von Carajás im Amazonasgebiet ist. Das Fördervolumen soll dort bis 2018 auf 230 Millionen Tonnen jährlich mehr als verdoppelt werden – neue Minen werden derzeit im Nationalpark Carajás erschlossen sowie neue Eisenbahnlinien und -trassen gebaut.

Seit nun schon 30 Jahren prägt Carajás als umfangreiches Entwicklungsmodell die Region auf irreversible Weise. Für den Bergbau entstanden Staudämme, für die Eisen- und Stahlverhüttung Holzkohlemeiler und Eukalyptusmonokulturen. All dies ging mit einer schnellen Entwaldung sowie der Expansion von Viehindustrie und agroindustrieller Landwirtschaft einher.

Seit ebenso vielen Jahren ist Carajás aber auch ein Ort des Widerstandes. Indigene und Quilombola-Bewegungen sowie die Landlosenbewegung kämpfen gegen die Konzentration des Landbesitzes und Umweltzerstörung sowie für den Erhalt kollektiver Landwirtschaft. Gewerkschaften und Menschenrechtsbewegungen klagen entwürdigende Arbeitsbedingungen an. Städtische Bewegungen setzen sich für ein besseres Leben in den schnell gewachsenen urbanen Zentren ein.

Die Menschenrechtsorganisation Justiça nos Trilhos unterstützt, begleitet, dokumentiert und vernetzt diverse Bewegungen der Region in ihren Kämpfen gegen die Vale und deren Sub- und Zulieferunternehmen. Lokal setzen sie sich unter anderem für die Rechte der BewohnerInnen des Stadtteils Piquiá die Baixo in Açailândia  ein, die sich gegen die extreme Luftverschmutzung durch die Eisenhütten wehren. 2014 koordinierte Justiça nos Trilhos das internationale Seminar Carajás 30 anos in São Luis mit mehreren hundert TeilnehmerInnen. Das Seminar ermöglichte einen Austausch zwischen den heterogenen lokalen Konflikten der Region, brachte aber auch aus verschiedenen Ländern Organisationen zusammen, die sich mit Bergbauprojekten der Vale auseinandersetzen.

Im Rahmen der Veranstaltung wird Dario Bossi von Justiça nos Trilhos einen Einblick in den Stand der Erschließung Carajás und in Widerstandsbewegungen der Region bieten. Darauf aufbauend wollen wir diskutieren, wie wir diese Rohstoffkonflikte hier sichtbar machen oder gar vorantreiben können – zugunsten von Menschenrechten, in konkreter Solidarität mit den Betroffenen, aber auch im Sinne einer Kritik am zugrundeliegenden Entwicklungs- und Wachstumsmodell.

Wir freuen uns deswegen auf Kommentare von Christian Russau vom FDCL, der seit vielen Jahren deutsche Unternehmen kritisch beobachtet, die in Brasilien in der Stahl- und Energieindustrie aktiv sind, und von Miriam Saage-Maaß, die für das ECCHR rechtliche Strategien auslotet, wie deutsche Unternehmen in ihren transnationalen Aktivitäten entlang der Lieferkette zur Verantwortung gezogen werden können. Michael Reckordt wird das Netzwerk AK-Rohstoffe vorstellen.

Mit Konsekutivübersetzung aus dem Brasilianischen


Einladung zum Vernetzungstreffen für Justiça nos Trilhos am 26.05.2015, um 14 bis 17 Uhr in Berlin/RLS
Ende Mai kommt Padre Dario Bossi vom Netzwerk Justiça nos Trilhos aus Brasilien zu einer Rundreise nach Deutschland.  In Berlin ist er von der Rosa Luxemburg Stiftung, dem European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR), der Forschungs- und Dokumentationsstelle Chile/Lateinamerika (FDCL) und Powershift zu einer Veranstaltung am 26.5. abends eingeladen.
Neben den öffentlichen Veranstaltungen in Berlin und Hamburg wollen wir ihm Raum geben, uns in kleiner Runde kennenzulernen, auszutauschen und Ideen für zukünftige Kooperationen/Aktionen/Kampagnen auszuloten.
Dazu laden wir ein zu einem Vernetzungstreffen am 26.05.2015 von 14-17 Uhr in den Räumen der  Rosa-Luxemburg Stiftung (Franz-Mehring-Platz 1; 10243 Berlin, Seminarraum 3) ein.
Justiça nos Trilhos unterstützt und vernetzt die Kämpfe der Leute entlang der Zugstrecke aus der Eisenerzmine in Carajás bis zum Hafenkomplex São Luis. In dieser Region finden Auseinandersetzungen um eines der größten Extraktivismusprojekte in Brasilien statt, derzeit wird neben der bereits bestehenden Bergbaumine in Carajás eine zweite Mine erschlossen, die 892 km Schiene umfassende „Estrada de Ferro“ (Eisenstraße) und der Hafenkomplex in São Luis ausgebaut. Dabei geht es darum, die Eisenerzförderung bis 2018 auf insg. 230 Millionen Tonnen mehr als zu verdoppeln.
Im Rahmen des internationalen Seminars Carajás 30 anos im Mai 2014 in São Luis wurden Zusammenhänge zwischen lokalen Konflikten in der Region diskutiert und die internationale Vernetzung vertieft. Im Rahmen des Netzwerkes Atingidos pela Vale solidarisieren sich Aktivist_innen aus verschiedenen Regionen weltweit, die auf unterschiedliche Weise vom Bergbaukonzern betroffen sind. Im Sommer diesen Jahres wird eine internationale Caravana Norte-Sul mit dem Ziel der Vernetzung und Bekanntmachung dieser Konflikte stattfinden.
Dagegen ist die Frage, wie sich Bewegungen und Organisationen in den Ländern solidarisieren können, in die das Eisenerz exportiert wird, weiter offen. Über 50 Prozent der deutschen Eisenerzimporte kommen aus Brasilien. Eisenerz ist wiederum einer der wichtigsten Rohstoffe für viele Produkte, zum Beispiel Autos. Justiça nos Trilhos sucht daher nach BündnispartnerInnen und Öffentlichkeit in Deutschland.
Kernfragen für den Informationsaustausch und die Diskussion sind daher:
Was ist die aktuelle Situation in der von Bergbau und der Energiegewinnung geprägten östlichen Amazonasregion? Wie wehren sich die Menschen gegen die sozialen und ökologischen Folgen des „Entwicklungs“-Projektes Grande Carajás?
Was haben die Konflikte rund um die Estrada de Ferro mit der deutschen Automobilindustrie zu tun? Welche Interventionen entlang der Wertschöpfungskette sind in einem solchen Feld möglich? Welche Protest- und Widerstandsformen wären in Deutschland gegen das Entwicklungsprojekt im Allgemeinen denkbar – und welche solidarische Unterstützung wäre für lokale Konflikte wie etwa die in der Gemeinde Piquiá de Baixo sinnvoll?
Wir würden uns freuen, Sie/Dich bei dem Treffen zu begrüßen.
Um Anmeldung unter folgender Adresse wird gebeten: lisa.carstensen@gmx.net
  • Informationen zur öffentlichen Veranstaltung am 26.5 um 19.30  abends im Haus für Demokratie und Menschenrechte siehe www.rosalux.de/event/53278
Informationen zum Thema:
  • http://www.labournet.de/internationales/brasilien/soziale_konflikte-brasilien/carajas-ein-entwicklungsmonster-auf-dem-vormarsch/?cat=6850
  • http://lateinamerika-nachrichten.de/?aaartikel=der-tod-kommt-auf-schienen
  • https://www.akweb.de/ak_s/ak596/14.htm
  • http://www.washingtonpost.com/world/the_americas/the-amazon-rail-line--pig-iron-factories-and-rural-radicals/2015/04/20/2b1f2116-d171-11e4-8b1e-274d670aa9c9_story.html

 

Einladung zum Vernetzungstreffen für Justiça nos Trilhos am 26.05.2015, um 14 bis 17 Uhr in Berlin/RLS 

 

 

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