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200 Munduruku besetzen Baustelle des Wasserkraftwerks São Manoel am Fluss Teles Pires

Die Munduruku protestieren gegen die bereit gebauten und geplanten Staudämme sowie gegen den Ausbau von Wasserstraßen zur Beförderung von mineralischen und Agrarrohstoffen durch ihr Territorium, die das angestammte Leben der Munduruku vom Oberen, Mittleren und Unteren Tapajós bedrohen.
200 Munduruku besetzen Baustelle des Wasserkraftwerks São Manoel am Fluss Teles Pires

Munduruku mit der UN-Sonderberichterstatterin Victoria Tauli-Corpuz. Foto: christian russau, März 2016

Die in der Nacht von Samstag, dem 15. Juli 2017, auf Sonntag, dem 16. Juli 2017, begonnene Besetzung des noch im Bau befindlichen Wasserkraftwerks São Manoel am Fluss Teles Pires im Bundesstaat Pará durch über 200 Munduruku hält an.

Die Entscheidung zur Besetzung war auf dem Treffen "Aya Cayu Waydip Pe", das im indigenen Dorf Santa Cruz vom 8. bis 10. Mai dieses Jahres von den Munduruku-Frauen abgehalten worden war, getroffen worden. Damals hatten sich viele Munduruku-Frauen gemeinsam beratschlagt, wie sie sich weiter organisieren und gegen die ihre Heimat zerstörerischen Großprojekte wie Staudämme und Wasserstraßen, Expansion von Agrobusiness und Bergbau zur Wehr setzen können. So beschlossen die Munduruku-Frauen, das noch im Bau befindliche Wasserkraftwerks São Manoel zu besetzen. Ihnen schlossen sich weitere Frauen und Männer von 138 indigenen Munduruku-Dörfern vom Oberen und Mittleren Tapajós an.

Die Munduruku protestieren nun - nach dem gegenwärtig noch geltenden Stopp für den 8-GW-Staudamm São Luiz do Tapajós - gegen den bereits fertig gestellten Staudamm Teles Pires und den im Bau befindlichen Staudamm São Manoel, ebenfalls am Fluss Teles Pires gelegen, die das angestammte Leben der Munduruku vom Oberen, Mittleren und Unteren Tapajós bedrohen. Die Munduruku haben zur Besetzung mehrere Erklärungen (hier einsehbar) abgegeben, in denen sie unmißverständlich ihre Forderungen nach Demarkation ihrer Territorien, nach sofortigem Baustopp, nach Entschädigung, nach expliziter Anerkennung ihrer Forderung nach angemessener Konsultation mit Veto-Recht für die von Projekten betroffenen Indigenen sowie ihrer Forderung nach Anerkennung und Erhalt ihrer sakralen Stätten zum Ausdruck bringen.

Presseberichten zufolge, will die Indigenenbehörde FUNAI am heutigen Mittwoch ihren Präsidenten, Franklimberg de Freitas, vor Ort entsenden, um mit den Indigenen zu verhandeln.