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Kampagne gegen Staudämme eint die Gemeinschaften der Flüsse Xingu, Tapajós und Teles Pires

Die von den Wasserkraftwerken betroffenen Indigenen an den Flüssen Xingu, Tapajós und Teles Pires schliessen sich weiter zusammen, um ihrem Kampf um das Recht, konsultiert zu werden, Gehör zu verschaffen.
Kampagne gegen Staudämme eint die Gemeinschaften der Flüsse Xingu, Tapajós und Teles Pires

Die Kampagne gegen Staudämme eint die Gemeinschaften der Flüsse Xingu, Tapajós und Teles Pires – und sie braucht Deine Hilfe. Mach mit!

Die von den Wasserkraftwerken betroffenen Indigenen an den Flüssen Xingu, Tapajós und Teles Pires schliessen sich weiter zusammen, um ihrem Kampf um das Recht, konsultiert zu werden, Gehör zu verschaffen. Und sie brauchen die Unterstützung von allen!

Veröffentlicht am 17. Mai 2013

Auf dem zentralen Baugelände des Wasserkraftwerks Belo Monte in Vitória do Xingu (Bundesstaat Pará) verblieben Anfang dieses Monats während acht Tagen alle Bauarbeiten stillgelegt, aufgrund der Entschlossenheit des größten Protestes gegen dieses Staudammprojekt, dessen ursprünglicher Kostenanschlag von 16 Milliarden Reais nunmehr zwei Jahre später bereits die 30-Milliarden-Reais-Marke überschritten hat.

Am vergangenen 9. Mai haben sich die Indigenen von dem Ort zurückgezogen, aber sie haben ihre Agenda nicht ad acta gelegt, ihre Agenda, die sie zu der Besetzung zwang. Derweil sind ein Teil der Gruppe der Munduruku, die an den Protesten teilgenommen hatten, weiterhin in der Stadt Altamira (Bundesstaat Pará). Am Donnerstag, dem 16. Mai, weniger als zehn Tage nach Verlassen des Baugeländes, haben die Indigenen eine Kampagne gestartet, um Unterstützung für ihren Kampf gegen die Staudammbauten und Wasserkraftwerke in Amazonien zu erhalten.

Gemeinschaften der Flüsse Xingu, Teles Pires und Tapajós verlangen ihre Konsultation in Bezug auf die Wasserkraftprojekte der brasilianischen Bundesregierung, die ihre Territorien beeinträchtigen. Diese Befragung ist eine Forderung der Konvention 169 der ILO und der Brasilianischen Verfassung und eine solche fand bis heute nicht statt, bei keinem der Projekte – weder bei Belo Monte, noch beim Komplex am Tapajós und Teles Pires. Dennoch fährt man im Präsidentensitz Palácio do Planalto fort, diese Projekte voranzutreiben.

Da die Konsultation nie stattgefunden hat, verlangen die Indigenen den Baustopp der Wasserkraftwerke und Staudammbauten und der laufenden Erhebungen zu den Umweltfolgenstudien. Es sind 14 Staudämme, die an den drei Flussläufen geplant werden und die Gebiete überschwemmen und vernichten werden, die traditionell besetzt sind, die als indigenes Territorium entweder schon demarkiert oder als solche beansprucht werden oder die sich gegenwärtig im Untersuchungsprozeß des Funai befinden.

Die Auswirkungen sind mehrere: Einige Gemeinschaften werden ihren traditionellen Zugriff und Nutzen des Flusses verlieren, so zum Beispiel der Fall von zwei Gemeinschaften an der großen Fluss-Schlinge Volta Grande do Xingu – die auf einer Länge von 100 Kilometern eine drastische Reduzierung der Wassermenge durchleiden wird – und in anderen Fällen werden Gemeinschaften unter Wasser stehen, wie im Fall der Munduruku am Fluss Teles Pires, und deren archäologische und heilige Stätten der Indigenen, Sete Quedas, wird überschwemmt werden; Dörfer, Friedhöfe, Jagdgründe sowie Orte gemeinschaftlicher Umweltnutzung werden auch unter den Fluten der Staudämme verschwinden.

“Wir beharren auf unserer Meinung gegen Wasserkraftwerke. Wir wurden nicht konsultiert und, im Gegenteil, als die Regierung in unsere Gemeinschaften kam, töteten sie einen Indigenen. Wir wollen die Gemeinschaften vom Xingu, Tapajós und Teles Pires vereinen und wir wollen die ganze Gesellschaft in diesen Kampf einbinden”, erklärte Valdenir Munduruku.

Angesichts der Weigerung der Regierung, die Verfassung und die ILO-Konvention 169 und die Umweltgesetzgebung über Naturschutzgebiete und die Grundrechte der indigenen Bevölkerung zu respektieren, wird die Mobilisierung für die Einhaltung der Rechte der von Wasserkraftprojekten betroffenen Bevölkerungen weiter ansteigen.

Jetzt ist es mehr als jemals zuvor notwendig, dass sich alle mit diesem Fall solidarisieren, sei es im In- oder im Ausland, und dass alle eine proaktive Haltung einnehmen und zu diesem Kampf politisch und finanziell etwas beitragen. Und, bitte, helft mit, diese Kampagne für die Konsultierung der Indigenen in Amazonien zu verbreiten.

Um Unterstützung zu leisten, klick auf http://ocupacaobelomonte.wordpress.com/voce-pode-ajudar/

Quelle: http://www.xinguvivo.org.br/

 

 

Übersetzung: Christian Russau