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„Wem gehört Belo Monte?“ – „Who owns Belo Monte?“

Eine Ana­ly­se aus­län­di­scher Be­tei­li­gun­gen am Belo Monte Pro­jekt. Eine neue Stu­die von Ge­gen­Strö­mung zeigt, dass in dem dritt­größ­ten Stau­damm­pro­jekt der Welt 10 % aus­län­di­sches – auch eu­ro­päi­sches – Ka­pi­tal steckt.
„Wem gehört Belo Monte?“ – „Who owns Belo Monte?“

Warum ist es wich­tig, eine Stu­die zur Frage „Who owns Belo Monte?“ zu ver­öf­f­ent­li­chen, wenn der Bau des Stau­damms schon be­gon­nen hat und weit fort­ge­schrit­ten ist und kaum noch auf­zu­hal­ten zu sein scheint? Der Stau­damm Belo Monte ist für viele Kri­ti­ker und Geg­ner der In­wert­set­zung Ama­zo­ni­ens Tür­öff­ner für wei­te­re Stau­däm­me. Al­lein in Ama­zo­ni­en wer­den bis zu 60 wei­te­re Stau­däm­me ge­plant, am Ta­pa­jos bei­spiels­wei­se soll ein Kom­plex aus sie­ben Stau­däm­men ent­ste­hen. Die Re­gie­rung in Brasília ver­tei­digt diese Stau­däm­me gegen alle Kri­ti­ken mit dem Ar­gu­ment, die „Stau­däm­me sind so mi­ni­mal­in­va­siv wie Öl-​Platt­for­men“: das Bau-​Ma­te­ri­al werde per He­li­ko­pter ein­ge­flo­gen und es er­folg­ten keine Ein­schnit­te in die Bio­di­ver­si­tät der Ge­gend. Wie die Re­gie­rung al­ler­dings plant, den dann in Zu­kunft zu pro­du­zie­ren­den Strom ohne den Bau von Über­land­lei­tun­gen und -​tras­sen zu be­werk­stel­li­gen, das ist bis­her noch immer Brasílias Ge­heim­nis.

Bei Belo Monte je­den­falls ist der letz­te ju­ris­ti­sche Spruch noch nicht ge­fal­len. Noch immer lie­gen Bra­si­li­ens Obers­tem Ge­richts­hof über ein Dut­zend Kla­gen der Bun­des­staats­an­walt­schaft gegen den Stau­damm Belo Monte vor, in denen der kom­plet­te Bau­stopp wegen di­ver­ser Ver­stö­ße gegen Ver­fas­sung und Ver­fas­sungs­rech­te ge­for­dert wird. Die­ser Kampf ist noch nicht ent­schie­den – und der Wi­der­stand vor Ort ist nach wie vor le­ben­dig.

Hinzu kommt: Der Stau­damm Belo Monte wird zwar ge­mein­hin als rein bra­si­lia­ni­sches Pro­jekt be­trach­tet: Die Fi­nan­zie­rung, die Bau­fir­men und das Bau­kon­sor­ti­um sind bra­si­lia­nisch. Un­se­re Ana­ly­se aber zeigt, dass aus­län­di­sche – dar­un­ter auch eu­ro­päi­sche Fir­men – am Stau­damm Belo Monte be­tei­ligt sind. Stan­den bis­lang eher die eu­ro­päi­schen Zu­lie­fe­rer der Tur­bi­nen sowie die Ver­si­che­rer und Rück­ver­si­che­rer hier in Eu­ro­pa im Zen­trum der Kri­tik an Belo Monte, so weist diese Stu­die auf einen wei­te­ren Punkt hin: Aus­län­di­sche – dar­un­ter auch eu­ro­päi­sche Kon­zer­ne – hal­ten über ihre ver­schie­de­nen Kon­zern­be­tei­li­gun­gen einen An­teil in Höhe von rund 10% an dem Stau­damm Belo Monte. In An­be­tracht der mas­si­ven so­zia­len und Um­welt­aus­wir­kun­gen des Damms wird der Man­gel ef­fek­ti­ven Han­delns der be­tei­lig­ten Fir­men, sich nicht an Um­welt­ver­stö­ßen und Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen zu be­tei­li­gen, deut­lich. Auch wenn die je­wei­li­ge Be­tei­li­gung ver­gleichs­wei­se ge­ring er­scheint, so weist dies den­noch deut­lich dar­auf hin, dass es drin­gend um­fas­sen­der Re­gu­la­ri­en für Stau­däm­me und eines ef­fek­ti­ven Mo­ni­to­rings die­ser Fir­men be­darf. [weiterlesen der englischsprachigen Studie "Who owns Belo Monte? The foreign equity participation in the Belo Monte Dam Project" bei GegenStrömung...]

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