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EX-CBF-Präsident von Schweiz an USA ausgeliefert

José Maria Marin, Ex-Präsident des brasilianischen Fußballverbandes CBF wurde von der Schweiz an die USA ausgeliefert.

Medienberichten zufolge wurde er am Dienstag von Zürich nach New York geflogen, begleitet durch zwei US-amerikanische Polizisten. Marin war am 27. Mai dieses Jahres in Zürich am Vorabend des FIFA-Kongresses verhaftet worden und saß seitdem in schweizerischer Untersuchungshaft. US-amerikanische Ermittler werfen Marin und mehreren seiner FIFA-Kollegen Teilnahme an Korruption im Zusammenhang mit der Vergabe von Übertragungs- und Marketingrechten vor und forderten seit Mai dieses Jahres seine Überstellung an die US-amerikanischen Behörden. US-Ermittlungen zufolge gehe es um "Millionen von US-Dollar an Schmiergeldzahlungen" im Zusammenhang mit den Übertragungs- und Marketingrechten für die Copa América-Turniere 2015, 2016, 2019 und 2023 sowie um die der Copa do Brasil zwischen 2013 und 2022. Den brasilianischen Presseberichten zufolge verhandeln Marins Anwälte die Zahlung einer Kaution, gegen die Marin gestattet werden könnte, in seinem Haus, das er in den USA besitzt, im Hausarrest zu verbleiben, bis der Prozess abgeschlossen ist.

Wer ist José Maria Marin? Hat er noch mehr Dreck am Stecken?
Maríns Vita mit schillernd zu beschreiben, wäre beschönigend, erläutert der Journalist Martin Ling. "Unbestritten ist, dass er seine politische Karriere während der Militärdiktatur (1964 –1985) gemacht hat. Unbestritten und durch 2012 ans Tageslicht gekommene Parlamentsprotokolle belegt, ist, dass er im Oktober 1975 als Abgeordneter der Arena-Partei, die gemeinsam mit den Militärs regierte, ein Vorgehen gegen die kritische Presse von São Paulo forderte. Diese Forderung blieb nicht folgenlos. Wenige Tage später wurde der Fernsehjournalist Vladimir Herzog im Zuge der Operation „Bandeirantes“ gefoltert und in der Haft ermordet – vom Militärregime als Selbstmord verkauft. Zumindest geistige Brandstifterschaft muss Marín sich vorwerfen lassen."