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Konflikte um Land nehmen zu

Laut Angaben des Landpastoral (CPT), sind in allen Regionen Brasiliens in den letzten Jahren steigende Zahlen der Landkonflikte zu verzeichnen. Im Jahre 2009 stieg die Zahl der Konflikte von 751 (im Jahre 2008) auf 854 und im Jahre 2012 waren es bereits 1.067.
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Außerdem stiegen die Konflikte wegen Wasser und im Bereich des Arbeitsrechts. Auch die Zahl der Morde an Kleinbauern_innen und Vertretern_innen von sozialen Gruppen stiegen auf 36, im Vergleich dazu wurden im Vorjahr 29 Menschen bei Land- und Wasserkonflikten umgebracht. Auch die Zahl der Menschen die von Konflikten betroffen sind stieg an und zwar auf 648.515. Derzeit gibt es auch eine besonders intensive anti-indigene Kampagne im Brasilianischen Kongress, die sich aber auch auf alle traditionelle Landgemeinden ausweitet. Zum einen wurde von der Gruppe der Großgrundbesitzer ein Vorschlag zur Änderung der Konstitution vorgelegt. Dieser Vorschlag soll erreichen, dass die Verantwortlichkeit der Identifizierung und Demarkierung von indigenen Gemeinden und anderen traditionellen Landflächen nicht mehr die brasilianischen Präsidentin hat, sondern auf den brasilianischen Senat übertragen wird. (Ein Großteil der Senatsmitglieder gehört der sogenannten 'bancada ruralista' der Fraktion der Großgrundbesitzer an).

Aber gerade die indigenen Völker sollten eigentlich laut Grundgesetz besonderen Schutz erfahren. Eigentlich dürfen keine Projekte auf diesen Flächen durchgeführt werden, wenn die indigenen Völker, die dort leben, vorher nicht ihre Zustimmung gegeben haben. Dass dies nur auf Papier wirksam ist, ist schnell zu merken, wenn an Großprojekte wie die Flussableitung, Wasserkraftwerk Belo Monte u.v.a. gedacht wird.


Auszug aus dem Rundbrief „EinBlick“ des Instituto Regional da Pequena Agropecuária Apropriada, Ausgabe 10 und 11: Januar - April 2013