Brasilien im Wahljahr: Indigene fordern Wiedergutmachung für die Verbrechen der Militärdiktatur

Indira und Gilberto arbeiten an der Bundesuniversität Pará. Sie leiten das Forum Amazonas für Wahrheit, Gerechtigkeit und Wiedergutmachung, das sich für die Einrichtung einer Wahrheitskommission einsetzt, die Verbrechen gegen Indigene während der Militärdiktatur untersuchen und strafrechtlich verfolgen soll. Der Ausbau von Infrastrukturprojekten auf indigenem Territorium reicht weit zurück. Er ist an Unternehmen gekoppelt, die zur Verantwortung gezogen werden müssen.
  • Wann 20.07.2026 von 18:30 bis 20:30 (Europe/Berlin / UTC200)
  • Wo Südwind Freiburg e.V., Lorettostraße 42, 79100 Freiburg
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Brasilien im Wahljahr 2026: Indigene fordern eine Wahrheitskommission

 20. Juli 2026 18.30 Uhr – 20.30 Uhr

Südwind Freiburg e.V., Lorettostraße 42, 79100 Freiburg

Gäste: Gilberto de Souza Marques und Indira Cavalcante da Rocha Marques

aus dem Amazonasbundesstaat Pará

konsekutiv übersetzt von Johannes Kretschmer, Universidad Federal Fluminense Rio de Janeiro

 

 

Brasilien befindet sich 2026 im Wahljahr. Im Oktober wird u.a. ein neuer Präsident gewählt und über die politische Ausrichtung der nächsten vier Jahre bestimmt.

In Brasilien leben über 300 Indigene Völker, die seit der Kolonisierung um ihre Rechte und ihr Überleben kämpfen. Wie ihre politische Situation im Wahljahr 2026 aussieht, davon berichten unsere Gäste aus Amazonien.

Indira und Gilberto leiten das Forum Amazonas für Wahrheit, Gerechtigkeit und Wiedergutmachung, das sich für die Einrichtung einer Wahrheitskommission einsetzt, die Verbrechen gegen Indigene während der Militärdiktatur untersuchen und strafrechtlich verfolgen soll. Der Ausbau von Infrastrukturprojekten auf indigenem Territorium reicht weit zurück. Er ist an Unternehmen gekoppelt, die zur Verantwortung gezogen werden müssen.

 

Indira Cavalcante da Rocha Marques ist Professorin für Geographie an der Bundesuniversität von Pará, UFPA. Schwerpunkte ihrer Arbeit sind die Didaktik der Geographie und die regionale Geographie Brasiliens. Darüber hinaus untersucht sie Menschenrechts-verletzungen und die Aneignung von Territorien traditioneller Bevölkerungsgruppen durch Unternehmen.

Gilberto de Souza Marques ist Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Bundesuniversität Pará und leitet mit Indira das Forum „Amazonas für Wahrheit, Gerechtigkeit und Wiedergutmachung”, das sich für Forschungen und Maßnahmen im Hinblick auf die Verbrechen engagiert, die Firmen und der brasilianische Staat gegen Gemeinschaften, Personen und Organisationen im Amazonasgebiet verübt haben. Sein Fokus liegt auf politischer Ökonomie und der Ausbeutung von Rohstoffen sowie schweren Menschenrechtsverletzungen, die von Unternehmen während der brasilianischen Militär      diktatur insbesondere gegen indigene Völker begangen wurden.