Petition gegen Agrargifte-Export der EU
Petition an die EU-Kommission jetzt unterschreiben: https://www.inkota.de/giftexporte
Eine neue Studie von INKOTA, Coffee Watch, Deutscher Umwelthilfe und Pesticide Action Network UK zum Pestizideinsatz im Kaffeeanbau ergab: 59 Prozent der eingesetzten Pestizide sind in der Europäischen Union verboten - und die Folge sind ernsthafte Erkrankungen der Arbeiter*innen, Bäuerinnen und Bauern im Globalen Süden, bis hin zum Tod. In unserem Kaffee sind auch Pestizidrückstände zu finden.
Die Ergebnisse bei INKOTA:
"Ausufernder Pestizideinsatz statt ökologisch verträglichem Kaffeeanbau
Allein in Brasilien, Kenia und Kolumbien sind mindestens 159 Wirkstoffe für den Kaffeeanbau zugelassen, die Mehrheit davon sind hochgefährliche Pestizide. Es handelt sich um Wirkstoffe, die Krebs, Hormonstörungen, Fortpflanzungsschäden und neurologische Erkrankungen verursachen können. Der Klimawandel verschärft die Krise: Vor 50 Jahren wurden Kaffeebäuerinnen und -bauern durch staatliche Förderprogramme gedrängt auf ertragreichen Sonnenanbau umzustellen. Heut wird nur noch weniger als ein Viertel des Kaffees weltweit im Schatten angebaut. Pflanzen, die in der Sonne wachsen, sind jedoch mehr auf Pestizide und Düngemittel angewiesen. Sonnenanbau laugt den Boden kontinuierlich aus und verstärkt die Abhängigkeit von Pestiziden und Düngemitteln. Ein Teufelskreis, der durch den Klimawandel weiter verschärft wird.
Zu wenig Schutz vor Vergiftungen für Kaffeebauernfamilien
Die Bäuerinnen und Bauern sind den gefährlichen Stoffen, die mehrfach pro Saison auf den Kaffeeplantagen ausgebracht werden, meist schutzlos ausgesetzt. Mit verheerenden Folgen für Menschen und Umwelt: Im brasilianischen Kaffeeanbaugebiet Minas Gerais Gerais — mit rund 120.000 Kaffeebetrieben — berichten 59% der Arbeiter*innen von akuten Pestizidvergiftungssymptomen. Die offiziellen Behördenstatistiken verzeichnen für die gesamte Region in demselben Jahr nur 817 Fälle. Kaffeebäuerinnen und -bauern sind den Pestiziden kontinuierlich ausgesetzt. Die Folgen reichen von akuten Vergiftungen bis zu Krebs, neurologischen Erkrankungen und Fortpflanzungsschäden. Besonders gefährdet sind Kinder und Schwangere. Dabei bleiben bis zu 88 Prozent der Fälle undokumentiert.
Pestizidrückstände auch in deutschen Kaffeetassen
Am Ende kommen die Pestizidrückstände auch wieder in unseren Kaffeetassen an: Kaffeeproben enthalten regelmäßig Pestizidrückstände, auch wenn Kaffee nur unregelmäßig überprüft wird. 2022 testeten EU-Behörden gerade einmal 44 Proben. 23 Prozent enthielten in der EU verbotene Pestizide. Damit landet Kaffee auf Platz zwei der am stärksten kontaminierten Lebensmittel, hinter Tee. INKOTA setzt sich schon lange für ein Exportverbot von in der EU verbotenen Pestiziden ein. Unterschreiben Sie jetzt unsere Petition an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, damit diese gefährliche Praxis endlich der Vergangenheit angehört.
Kaffeeanbau muss weg von Pestiziden hin zu Agrarökologie
Eine gute Nachricht: Es gibt Lösungen für die Pestizidkrise im Kaffeeanbau – das gesamte System muss sich ändern. Agrarökologie, Agroforstwirtschaft, biologische Schädlingsbekämpfung und diversifizierte Anbausysteme können gemeinsam den Pestizideinsatz senken und gleichzeitig Erträge und Bodengesundheit verbessern. Es braucht den Willen von Politik und Unternehmen, Kaffeebäuerinnen und -bauern dabei zu unterstützen."
Originaltext von Silke Bollmohr und der Studie: https://www.inkota.de/news/pestizide-im-kaffee
