Regierung bezieht die handwerkliche Fischerei in die Agrarreform ein und hat hierzu die ersten Fischereigebiete anerkannt
Die Anerkennung beruht auf dem Nationalen Programm für Agrarreform (PNRA) und soll der Beginn von weiteren Projekten zur agroextraktiven Besiedlung (PAEs) sein. Die PAE sind eine spezielle Form der Landreform, die sich an traditionelle Bevölkerungsgruppen (wie Flussanwohner, Kautschukzapfer, Fischer usw.) richtet. Ihre jeweilige Arbeit muss dabei als Haupteinkommensquelle dienen und besteht im Abbau von Rohstoffen, aus der familiären Landwirtschaft oder andere Aktivitäten mit geringen Auswirkungen auf die Umwelt. Die Schaffung der PAEs zielt darauf ab, den Zugang zu Land und die Sicherheit des Besitzes für Gemeinschaften zu gewährleisten, die diese öffentlichen Flächen seit Generationen nachhaltig bewirtschaften, aber keine Eigentumsdokumente besitzen. Die Anerkennung dieser traditionelle Fischereigebiete soll auch den Zugang von Fischerinnen und Fischern zu den Politiken des PNRA gewährleisten.
Im Januar 2026 wurden sechs Gemeinden in den Bundesstaaten Santa Catarina, Pará und Ceará anerkannt. Diese Maßnahme stärkt die Sicherung der Gebiete zur Förderung der handwerklichen Fischerei, der Lebensweise und der lokalen Kultur. Gleichzeitig soll die Anerkennung für mehr Rechtssicherheit bei Landkonflikten sorgen.
Die INCRA verfügt bereits über Erfahrungen in der Arbeit mit PAEs, mit traditionellen Gemeinschaften und Völkern des Amazonasgebiets, bisher jedoch ohne den besonderen Fokus auf Fischereigebiete. Auf der Grundlage der Zusammenarbeit mit dem Ministerium für landwirtschaftliche Entwicklung, dem Ministerium für Umwelt und Klimawandel und der SPU sowie im Dialog mit dem nationalen Rat der traditionellen Völker und Gemeinschaften (CNPCT), sowie der Bewegung der handwerklichen Fischer und Fischerinnen (MPP) wandte sich INCRA an das MPA und die sechs Gemeinschaften, um die jetzt erfolgte Anerkennung der handwerklichen Fischerei in das PNRA zu beginnen.
Das MPA geht davon aus, dass im Jahr 2026 mehr Maßnahmen der Agrarreformpolitik umgesetzt werden können. „Mehr Bürgerrechte, Kredite und die produktive Einbeziehung von mehreren tausend Familien, die in den Fischereigebieten leben“, soll erreicht werden, sagte der Direktor für strategische Angelegenheit der INCRA. Neben den drei genannten staatlichen Organisationen wurden auch das nationale Sekretariat für handwerkliche Fischerei (SNPA) die Koordination des nationalen Forums für handwerkliche Fischerei und die nationale Vereinigung der Fischerinnen in die gemeinsame Arbeit einbezogen.
„Die rechtliche Anerkennung der Fischereigebiete ist das Ergebnis eines historischen Kampfes der sozialen Bewegungen, da sie die Kontinuität der Tätigkeit und die sozioökonomische Reproduktion der Familien, die vom Fischfang leben, gewährleistet”, sagte die Koordinatorin für Fischereigebiete und Integration öffentlicher Politik des MPA.
Zur Umsetzung dieser ersten Maßnahme waren auch Vertreter der betroffenen Gemeinden eingeladen.
Quelle: O Presente Rural 12.Januar 2026 (Übersetzung Kurt Damm)
