Andrea Dip: Im Namen des Herrn Leuchtturm Brasilien: Der Vormarsch der evangelikalen Rechten

Das Buch erscheint pünktlich zu den Wahlen in Brasilien im Oktober in Deutschland beim PapyRossa Verlag (Reihe Neue Kleine Bibliothek, Band 364) mit einem Vorwort von Niklas Franzen
| von Uta Grunert
Andrea Dip: Im Namen des Herrn     Leuchtturm Brasilien: Der Vormarsch der evangelikalen Rechten
Quelle: PapyRossa Verlag

Nirgendwo stieg die evangelikale Rechte derart erfolgreich auf wie in Brasilien. Sie verhalf einem Mann ins Präsidentenamt, dessen Erbe geblieben ist: Mit dem Bolsonarismus hat sich die extreme Rechte neu formiert, ihm ist die Ideologie der Evangelikalen eingeschrieben. Diese verfolgen, gepaart mit sozialen Angeboten, ein ultrakonservatives Familienbild samt Kampagnen gegen Abtreibung oder eine selbsterklärte »Gender-Ideologie«. Andrea Dip, deren Buch in Brasilien für Furore sorgte, geht dem Mosaik eines Kulturkampfes nach, der zeitgemäß ausgefochten wird: verankert in Gemeinden, flankiert von Influencern, national wie international vernetzt. Dip sprach mit Führungsfiguren der evangelikalen Kirchen, besuchte ihre Gottesdienste und verfolgte Parlamentsdebatten. »Ihr Buch«, so der Brasilienkenner Niklas Franzen in einem Vorwort dieser Auflage, »erzählt nicht aus sicherer Distanz, es führt mitten hinein in das Netz des christlichen Fundamentalismus.« Für die Übersetzung erweiterte Dip das Buch, so um ein Kapitel zu »Netzwerken zwischen Washington und Brasília«. Oder zum christlichen Zionismus: Mit einer theologischen Fixierung auf Israel greifen religiöse Überzeugungen, etwa endzeitliche Vorstellungen von der Wiederkehr Jesu, und politische Interessen ineinander. Wenngleich der Bocksgesang der evangelikalen Rechte in Brasilien lauter ist als anderswo: Angesichts ihres steigenden Einflusses auch in Deutschland liest sich das Buch als Warnsignal.

Das Buch kann HIER bestellt werden.

Andrea Dip, in Brasilien für die Nachrichtenagentur Agência Pública tätig, engagiert sich bei Research Against Global Authoritarianism (ReGA). Vielfach für investigativen Journalismus ausgezeichnet, lebt sie seit 2022 in Berlin, u. a. als Visiting Scholar an der Freien Universität.