Artikel zu Landkonflikte und Umwelt

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Fraport-Flughafen in Fortaleza erneut in der Kritik: Laut Ibama illegale Rodungen - und Starkregen setzt Anwohner:innengemeinde am Flughafen unter Wasser

Fraport-Flughafen in Fortaleza erneut in der Kritik: Laut Ibama illegale Rodungen - und Starkregen setzt Anwohner:innengemeinde am Flughafen unter Wasser

Auf dem Fraport-Gelände des Flughafens Pinto Martins in Fortaleza, Ceará, Brasilien, kam es laut der brasilianischen Bundesumweltbehörde IBAMA im vergangenen Jahr zu illegalen Rodungen von insgesamt über 60 Hektar „fortgeschrittenen geschützten Atlantischen Regenwalds“ auch innerhalb eines staatlich anerkannten permanenten Schutzgebietes. Die entsprechenden Gerichtsprozesse laufen derzeit noch in verschiedenen Instanzen. Im April dieses Jahres kam es in Fortaleza zudem zu sehr starken Regenfällen, die dazu geführt haben, dass Schlammwässer von den zuvor gerodeten Flächen mehrere Mauern auf dem Gelände niederrissen und die angrenzend Ortschaft Vila Gomes flutete und dort Hab und Gut der dortigen Bewohner:innen in Mitleidenschaft zogen. Berichten zufolge sind Dutzende Familien nun mit Vertreibung, materiellen Verlusten und ernsthaften Gesundheitsrisiken konfrontiert. Die Anwohner:innen haben deshalb begonnen, sich zu wehren. Sie organisierten u.a. eine Protestaktion vor der Baustelle und blockierten die Bundesstraße BR-116, um sofortiges Handeln und Rechenschaft zu fordern. Um den Schutz der Rechte der Anwohner:innen auch von Deutschland aus zu unterstützen und einzufordern, hat der Dachverband der Kritischen Aktionär:innen auf der Hauptversammlung der Fraport AG diese Themen angesprochen und Nachfragen gestellt. KoBra dokumentiert hier die Rede.
| von Christian.russau@fdcl.org
Neue Studie: Staatliche Operationen zur Zerschlagung des illegalen Goldabbaus in indigenem Territorium der Munduruku sind "relevant", aber noch immer "unzureichend"

Neue Studie: Staatliche Operationen zur Zerschlagung des illegalen Goldabbaus in indigenem Territorium der Munduruku sind "relevant", aber noch immer "unzureichend"

Forscher:innen des Instituts Mãe Crioula haben in Zusammenarbeit mit der Staatsuniversität von Pará Uepa eine neue Studie zum Vorgehen des brasilianischen Staates gegen illegalen Goldabbau im Indigenen Territorium Munduruku im Südwesten des Bundesstaates Pará veröffentlicht. Demnach hätten die staatlichen Operationen zur Zerschlagung des Netzwerkes illegalen Goldabbaus "die räumlichen Strukturen des illegalen Goldabbaus nicht strukturell zerschlagen, da sich diese dank bereits etablierter logistischer, finanzieller und politischer Netzwerke rasch neu organisieren". Dem Bericht zufolge "gehen die staatlichen Maßnahmen, anstatt die wirtschaftlichen und territorialen Grundlagen der Illegalität anzugehen", eine Strategie ein, die "vorwiegend auf Repression ausgerichtet ist, ohne die strukturellen Bedingungen, die den illegalen Goldabbau stützen, angemessen zu bekämpfen".
| von Christian.russau@fdcl.org
Weiter Streit um Asphaltierung der Bundesstraße BR-319 zwischen Manaus und Porto Velho

Weiter Streit um Asphaltierung der Bundesstraße BR-319 zwischen Manaus und Porto Velho

Während Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva die Asphaltierung der Bundesstraße BR-319 zwischen Manaus und Porto Velho mittels sogenannter robuster Umweltüberwachung als "umweltfreundlichste der Welt" deklariert, kritisieren Nichtregierungsorganisationen wie das Observatório die Maßnahme.
| von Christian.russau@fdcl.org
„Die wollen uns an die Peripherie abschieben“

„Die wollen uns an die Peripherie abschieben“

Die deutsche Firma Fraport hat im Januar für 25 Jahre den Flughafen Aeroporto Internacional Salgado Filho von Porto Alegre übernommen und verspricht Investitionen. So soll die Landebahn auch für größere Flugzeuge erweitert werden. Dafür müssen bis Oktober 2019 6.500 Menschen der angrenzenden Favelas zwangsumgesiedelt werden. Doch die wehren sich.
| von Christian Russau
Gegenanträge gegen Siemens-Vorstand und Aufsichtsrat

Gegenanträge gegen Siemens-Vorstand und Aufsichtsrat

Der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre hat Gegenanträge gegen Vorstand und Aufsichtsrat von Siemens eingereicht wegen deren Beteiligung an Staudamm- und Windkraftprojekten, die die Rechte der lokalen Bevölkerung mißachten, wegen Beteiligung an extrem klimaschädlichen Großprojekten und Firmen sowie wegen der bislang unaufgearbeiteten Vergangenheit von Siemens während der brasilianischen Militärdiktatur.
| von Dachverband kritische Aktionäre
Unternehmensverantwortung: Das Prinzip der Freiwilligkeit hat versagt

Unternehmensverantwortung: Das Prinzip der Freiwilligkeit hat versagt

130 Akteur*innen der deutschsprachigen internationalen Kooperation und Solidarität mit Brasilien trafen sich vom 8. bis 10. November zum jährlich stattfindenden Runden Tisch Brasilien in Weimar. Neben dem Austausch mit Aktivist*innen und Abgeordneten aus Brasilien formulierten die Teilnehmer*innen ein gemeinsames Positionspapier, das noch im November der deutschen und der schweizerischen Regierung vorgelegt werden wird.
| von Julia Ganter