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Der nationale Plan der Agrarreform wird verabschiedet

Wer ein historisches Treffen zwischen Präsident Luís Inácio Lula da Silva und den ArbeiterInnen der Sem-Terra-Bewegung (MST) – im Stadtpark Brasílias campierend – erwartete, um aus erster Hand den nationalen Plan der Agrarreform vorgestellt zu bekommen, war bei Ankunft des Staatschefs Zeuge eines anfänglichen Tumultes, hörte eine kleine Rede desselbigen und erfuhr das Wichtigste des Nationalen Plans der Landreform, der die Arbeitsprämissen bis 2007 vorgibt.

Der Präsident wurde von den LandarbeiterInnen des MST, dem Nationalen Verband der AgrararbeiterInnen (Contag) und der Landpastorale (CPT) empfangen. Diese Vertretungen sind durch ein Forum zur Agrarreform miteinander verbunden.

Lula bat um viel Geduld und bekräftigte erneut, dass die Landreform „innerhalb ihrer Möglichkeiten kommen wird, wobei die Bedürftigsten Priorität haben. Ich will von ruhiger Hand das Beste tun. Daher ist es nötig, das die Menschen nicht die Geduld verlieren.“. Nach der Präsidentenrede demonstrierte João Pedro Stédile, nationaler Koordinator des MST, absolutes Vertrauen in den Nationalplan, nachdem er zuvor gegenüber der Positionierung der Regierung Lula bezüglich der Agrarreform eher pessimistisch gewesen war. Stédile dankte sogar Lula und stellte sich an die Seite des Präsidenten, wobei er den MST als „Soldaten in dieser Schlacht“ der Umsetzung der Arbeitsvorgaben positionierte. Der Führer der Sem-Terra sagte ebenfalls, dass der Präsident heute bestätige, dass er sich nicht nur um Zahlen und Mathematik kümmere, sondern er zeigte auch, dass er Leben und Gefühle an erste Stelle setzte.

Der Nationale Plan der Agrarreform

Mit 11 Arbeitsvorgaben verfolgt der Nationale Plan der Agrarreform das Ziel, 570.000 Familien bis 2007 anzusiedeln, wovon 530.000 bis zum Ende des Mandats erreicht werden sollen. Weitere 137.000 sind bis 2007 im Mehrjahresplan vorgesehen. Ebenso sieht er die Legalisierung des Landbesitzes von 500.000 Personen und die Schaffung von 2,75 Mio. dauerhaften Arbeitsplätzen in der Landwirtschaft vor. Ein neues Ansiedlungsmodell berücksichtigt die räumliche Konzentration, die wirtschaftliche Machbarkeit, die produktive Integration, die Anpassung an verschiedenen Biome, den Zugang zu Bildung, Gesundheit und sozialer Absicherung, die Territorialentwicklung, soziale Partizipation und die Zusammenstellung politischer Vertretungen auf Bundes-, Staats- und Kommunalebene. Im Hinblick auf die Quilombo-Gemeinschaften (ehemaliger geflohener Sklaven) gibt es folgende Vorgaben: die niedergelassenen Familien durch Ausbildung, technische Unterstützung und Orientierung befähigen, die Produkte ihres Landes zu vermarkten.

Für Manoel Santos, Präsident des Nationalen Verbandes der landwirtschaftlich Beschäftigten (Contag), stellt der Plan nicht nur einen Fortschritt in zahlenmäßiger Hinsicht dar (mehr als das doppelte von dem in acht Jahren FHC-Regierung realisierten), sondern auch im Hinblick auf die Qualität der Ansiedlungen. „Unsere Pflicht ist es nun, ein Auge auf alle Instanzen zu haben, um der Regierung bei der Umsetzung des Planes zu helfen“, sagte Santos. Der Präsident der Contag bekräftigte zwar die Unterstützung der Regierung Lula, aber betonte erneut die unabhängige Position und Verantwortung des Verbandes.

 

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