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A Chance to Play - O direito de brincar

Sport und Spiel eröffnen neue Möglichkeiten für Kinder in brasilianischen Armenvierteln.
A Chance to Play - O direito de brincar

Sapopemba ist eines von vielen Armenvierteln in der brasilianischen Metropole São Paulo, Austragungsort des Eröffnungsspiels und fünf weiterer Partien der kommenden Fußball-WM in Brasilien. Das Leben von Kindern und Jugendlichen in Sapopemba ist geprägt von Gewalt, Drogen und Kriminalität. Schulen haben viel zu wenig Geld, Sport- und Freizeitangebote fehlen. Die Häuser sind eng und Kinder und Jugendliche verbringen ihre Zeit auf der Straße. Die Fußball-WM ist nah und doch weit weg.

Um auch diesen Kindern Gelegenheit zu Spiel und Sport zu geben, hat das internationale  Kinderhilfswerk terre des hommes zusammen mit dem Volkswagen-Konzernbetriebsrat das Programm „A Chance to Play“ ins Leben gerufen. Die Beschäftigten von Volkswagen sammeln Geld, mit dem  terre des hommes-Partnerorganisationen wie zum Beispiel ein Kinderrechtszentrum in Sapopemba Sport- und Spielangebote für die Jugendlichen in São Paulo und Curitiba durchführen können.

Denn: Sport und Spiel machen Spaß und fördern die Gesundheit. Aber Spiel und Sport bedeuten auch: Fairness und Solidarität, miteinander lernen und gemeinsam Probleme lösen! Und: Kinder haben ein Recht auf Spiel und Sport, festgeschrieben im Artikel 31 der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen - auf Portugiesisch: O dereito de brincar! Dieses Recht und die sich daraus ergebenen Möglichkeiten sind Kindern und Jugendlichen in den Armenvierteln der brasilianischen Metropolen trotz der rasanten Wirtschaftsentwicklung des Landes meist verwehrt!

Straßenfußball spielt im Programm „A Chance to Play“ eine besondere Rolle. Aber es geht nicht immer nur um Tore und Sieg, sondern die Regeln, nach denen gespielt wird, sind ein wenig anders: In einem Team spielen zum Beispiel immer Mädchen und Jungs, an Stelle eines Schiedsrichter gibt es einen Vermittler und statt zwei „Halbzeiten“ gibt es drei.

In der ersten „Halbzeit“ sitzen alle Spielerinnen und Spieler im Kreis. Sie stellen sich vor - woher sie kommen, was in ihrem Stadtteil los ist - und einigen sich auf Regeln. Was ist besonders wichtig im Spiel? Worauf wollen wir besonders achten? Dann wird Fußball gespielt und es geht richtig zur Sache. Das ist die zweite „Halbzeit“! In der dritten „Halbzeit“ wird das Spiel gemeinsam ausgewertet.

Gewonnen hat dabei nicht unbedingt das Team, das die meisten Tore geschossen hat. Denn auch für Fairness kann es Punkte geben oder für Teamgeist und Hilfsbereitschaft – worauf sich die Teams vorher geeinigt haben! Die Kinder und Jugendliche lernen so auch, wie sie gemeinsam Probleme lösen und neue Wege entwickeln, zum Beispiel wie sie Konflikten oder Gewalt umgehen.

Ein Höhepunkt des Projektes ist Mitte 2014 eine „Mundialzinho“ in São Paulo. Dieses internationale Straßenfußball-Festival wird zurzeit in verschiedenen Ländern in Lateinamerika vorbereitet. Unter dem Motto „Ein anderer Fußball!“ werden die Erfolge des Straßenfußballs für und mit benachteiligten Kindern und Jugendlichen in Brasilien und in anderen Ländern präsentiert.

„A Chance to Play“ wurde  im Januar 2013 in Brasilien mit Unterstützung durch den ehemaligen Bundesliga-Profi Giovane Elber und den Musiker Peter Maffay eröffnet. Das Programm ist erst einmal bis Ende 2014 geplant und soll danach fortgesetzt werden. An der Eröffnung nahm auch eine Delegation aus Südafrika teil, wo „A Chance to Play“ 2008 begann. Der „A Chance to Play“-Ball für benachteiligte Kinder und Jugendliche rollt nun in Brasilien!

 

Mehr Infos zum Programm „A Chance to Play“:

auf Deutsch: www.tdh.de/actp
auf Englisch und Portugiesisch: www.a-chance-to-play.org
A Chance to Play-Video: http://www.youtube.com/watch?v=tD5NYowP-1I (deutsch)

Zur Geschichte und Methode des Straßenfußballs in Lateinamerika: www.fundacionfude.org.ar

Nachfragen an:
Athanasios Melissis (a.melissis@tdh.de)
Werner Lamottke (w.lamottke@tdh.de)

abgelegt unter:
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