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Verdrängungsprozesse, räumliche Segregation und soziale Exklusion in Rio de Janeiro

Phyllis Bußler, Regionalwissenschaftlerin und langjähriges KoBra-Mitglied, untersucht in ihrer Diplomarbeit die Auswirkungen einer festivalisierten Stadtpolitik hinsichtlich der Aspekte (sozial-) räumliche Segregation und soziale Exklusion am Beispiel der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro und der Vorbereitungen auf die Mega-Events Fußball-WM der Männer und Olympische Sommerspiele.
Verdrängungsprozesse, räumliche Segregation und soziale Exklusion in Rio de Janeiro

In der Arbeit wird untersucht, inwiefern sich Realisierungen von Stadterneuerungsprojekten auf das durch den Estatuto da Cidade verfassungsrechtlich verankerte Recht auf Stadt auswirken. Als theoretische Basis diente hier die These der Festivalisierung der Stadtpolitik von Häußermann/Siebel, welche vom Konzept der Unternehmerischen Stadt nach Heeg/Rosol ergänzt wurde. Im Fokus der Untersuchung lag hierbei der Zugang zu Wohnraum; auf die stattfindenden Verdrängungsprozesse im öffentlichen Raum wurde kurz eingegangen. Anhand der Fallbeispiele der Gemeinden Vila Autódromo, Pavão-Pavãozinho-Cantagalo sowie Morro da Providência zeigte sich, dass diese als Favelas bekannten Gebiete in diesem Kontext, forciert durch massive Immobilienspekulation, einen Wandel von „sozialem Wohnraum“ hin zu einer Touristenattraktion durchlaufen. Dabei kommt es durch Gentrifizierungsprozesse und Zwangsräumungen zur Verdrängung der meist einkommensschwachen Bevölkerung in die städtische Peripherie. Dem auf Bundesebene initiierten Sozialwohnungsbauprogramm Minha Casa Mina Vida kommt dabei eine den Prozess unterstützende Rolle zu. Die Arbeit basiert auf Daten, die mit teilnehmender Beobachtung, qualitativen Expert_inneninterviews sowie einer Befragung im August und September 2012 in Rio de Janeiro erhoben wurden.

Die Diplomarbeit erschien als Working Paper (No. 2013-01) des Wirtschafts- und Sozialgeographische Institut der Universität zu Köln.

Zu den Working Papers des Instituts.

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