Sie sind hier: Startseite KICK FOR ONE WORLD südnordfunk vom iz3w zur WM in Brasilien
Artikelaktionen

südnordfunk vom iz3w zur WM in Brasilien

- WM für wen? Chronik der Vertreibungen - Respression der diasporischen, indigenen und Schwarzen Bevölkerung - Sport oder Geschäft? Die WM als Vorwand für "Restrukturierungsmaßnahmen" der Städte
südnordfunk vom iz3w zur WM in Brasilien

Quelle: iz3w

WM für wen? Chronik der Vertreibungen - Respression der diasporischen, indigenen und Schwarzen Bevölkerung

Am Sonntag, den 30. März 2014 um 5 Uhr morgens, begann die Militärpolizei in Rio de Janeiro mit der Besetzung von 15 Gemeinden, die den Complexo da Maré mit 130.000 Einwohner_innen im Norden der Stadt bilden. Während der Operation waren 1.180 militärische Polizisten und 130 Beamte der Kriminalpolizei mit 15 Panzerfahrzeugen im Einsatz. Sie bekamen Unterstützung von Bundes- und Verkehrspolizei nebst 250 Marineinfanteristen. Es gab 118 Festnahmen; ein 15-jähriger wurde getötet. Bewohner_innen berichteten, wie die Polizei in ihre Häuser eindrang. Sie zeigten sich besorgt wegen der Repression von Seiten der Sicherheitskräften und forderten die Garantie ihres Rechts auf die Unverletzlichkeit der Wohnung...

Sport oder Geschäft? Die WM als Vorwand für "Restrukturierungsmaßnahmen" der Städte

Bei der Demonstration am heutigen Donnerstag in Rio de Janeiro setzte die Militärpolizei neben Panzerfahrzeugen, Tränengasbomben und Gummigeschossen auch scharfe Munition gegen die Protestierenden ein. Es wird von mindestens 60 Verletzten berichtet. Viele vormals junge Leute, hatten Banken, Gebäude, Verkehrsschilder, Fastfoodketten, Sicherheitskameras und Mülleimer demoliert. Sprechchöre wie "und das ist erst der Anfang", waren zu hören. Vereinzelt wurde der Verdacht geäußert, es befänden sich Beamte in Zivil in den Reihen derer, die Verwüstungen anrichteten.

Bereits vergangenen Montag hatten etwa 270.000 Menschen die Straßen verschiedener Großstädte in Brasilien eingenommen. Die Bewegung für freie Fahrscheine (MPL) befürchtet nun, daß der Fokus auf die anfängliche Forderungen der Demonstrationen – nämlich die Senkung von Fahrpreisen für öffentliche Verkehrsmittel – sich verliert. Als die Proteste nationale Dimensionen erreichten, wurde viel weitergehende Kritik von den Demonstrierenden geäußert, nämlich der mangelnde Zugang zu anderen Grundrechten in der Stadt wie Gesundheitsversorgung und Bildung - insbesondere mit Blick auf die sportlichen Großereignisse wie die WM der Männer 2014 und die Olympiade 2016...

Tipps zum Thema

  • Homepage der Magazinsendung suednordfunk