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Kritik wegen Staudamm Belo Monte, WM und Olympia

Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re steht wegen der Rückversicherungen der Staudämme Belo Monte, Santo Antonio und Teles Pires sowie wegen der Rückversicherungen von WM und Olympia in der Kritik.
Kritik wegen Staudamm Belo Monte, WM und Olympia

Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re (oder Münchener Rückversicherungsgesellschaft, wie die Firma sich früher nannte) sieht sich auch in diesem Jahr der zivilgesellschaftlichen Kritik ausgesetzt. Für die Jahreshauptversammlung des Münchener DAX-Konzerns haben die Kritischen Aktionäre einen Gegenantrag gestellt und werden auf der Aktionärsversammlung am 23. April in München ihre Kritik gemeinsam mit einer Vertreterin des Widerstandsbündnisses Xingu Vivo vortragen.

Der Gegenantrag des Dachverbands der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre kritisiert: "Der Vorstand der Münchener Rück AG verstößt mit der Rückversicherung für Großstaudammprojekte in Brasilien sowie für sportliche Großereignisse wie der Fußballweltmeisterschaft und Olympia gegen UN-Leitprinzipien, gegen die Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), gegen die Empfehlungen der Weltstaudammkommission sowie gegen die eigenen Corporate Governance-Richtlinien des Konzerns."

Die Kritischen Aktionäre monieren, dass sie den Konzern "über die Menschenrechtsvergehen  bei  den  brasilianischen  Staudammprojekten  Belo Monte  am  Rio  Xingu,  Santo Antonio  am  Rio  Madeira  und Teles  Pires  am  gleichnamigen Fluss [...] den Vorstand bereits im vergangenen  Jahr ausführlich  in  Kenntnis gesetzt" haben. Der Konzern habe seither selbst nichts unternommen, um bestehende Verstöße gegen Umwelt- und Menschenrechte zu beheben. Freie vorherige und informierte Konsultationen  der  betroffenen  lokalen  indigenen  Bevölkerung, die vor dem Verlust ihrer Existenzgrundlage stehen, haben bisher nicht stattgefunden und das, obwohl dies die ILO-Konvention 169 eigentlich zwingend  vorschreibt.

"Da der Vorstand der Munich Re weder in der Lage noch willens war – trotz Kenntnis der Vorgänge –, diese eklatanten Missstände abzustellen, muss dem Vorstand die Entlastung verweigert werden", so die Kritischen Aktionäre.

Des Weiteren habe der Vorstand trotz der auf der Hauptversammlung vom vergangenen Jahr vorgebrachten Kritik an der Rückversicherung der im vergangenen Jahr in Brasilien stattgefundenen FIFA-Fußballweltmeisterschaft diese mit einer Police über eine halbe Milliarde Euro versichert und plane Presseberichten zufolge die Bewerbung um die Rückversicherung der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro 2016. Dass durch die Planungen  und Bauvorhaben für die Fußball-WM und Olympia in Brasilien bis zu 250.000 Menschen von Räumung aus ihren Häusern bedroht sind oder bereits geräumt werden, "dies scheint die Munich Re nicht weiter anzufechten", kritisieren die Kritischen Aktionäre.